Weingut Keber Kolling · 55595 Sommerloch · Schulstrasse 6 · Telefon 06706 412 · Telefax 06706 902957

Im Weinberg

Bei der Bewirtschaftung unserer Weinberge orientieren wir uns an den Grundsätzen und Zielen von Nachhaltigkeit und Ökologie. Auf den Fotos kann man erkennen, was das in der weinbaulichen Praxis bedeutet.

Die Weinrebe in ihrer kultivierten Variante ist eine durch Selektionszüchtung und Veredlung geformte Wildpflanze, die zuverlässig Erträge bringt. In unseren Weinbergen steht sie allerdings nicht allein auf weiter Flur, sondern ist nur eine Pflanze im vielartigen „Ökosystem Weinberg“.  Blühende Kräuter und Blumen beherbergen unzählige Insekten, und schützen den Boden auch vor Erosion und binden Nährstoffe. Die verrottete Substanz dient der Rebe als Nahrungsquelle. So schließt sich der Kreis.

Daraus leiten wir Prinzipien der Bewirtschaftung ab: Nur diejenigen Eingriffe in das „Ökosystem Weinberg“ sind vor- zunehmen, die wirtschaftlich nützlich sind und gleichermaßen das Ökosystem erhalten. Keine Maßnahmen durchführen, die den Boden schädigen oder die Artenvielfalt des Ökosystems Weinberg vermindern.

In der Praxis heißt das: Weinbergsböden sind den größten Teil des Jahres begrünt. Die  Bodenbearbeitung erfolgt in jeder zweiten Rebgasse im Frühjahr nach dem Prinzip tief lockern – flach wenden. Dadurch werden die Bodenfruchtbarkeit und die spontane Ansiedlung typischer Weinbergsflora befördert und verhindert, dass sich eine Monostruktur mit ausschließlich Gräsern etabliert. Offene Böden, nach Brachen und Neu- pflanzungen, werden mit einer schnell auflaufenden Kräuter- mischung eingesät. Chemische „Unkraut“-Vernichter setzen wir grundsätzlich nicht ein.

Die Düngung erfolgt durch Einarbeiten des Bodenbe- wuchses und mit organischen Düngern. Erst die Umwandlung des organischen Materials durch das Bodenleben erschließt der Rebe die Nahrung. Synthetische N-Dünger bringen wir grundsätzlich nicht aus. Der Pflanzenschutz beruht bei uns auf fünf Säulen.

  1. Durch konsequente Begrünung und eine moderate Düngung vermeiden wir Massenwuchs, was die Trauben gehaltvoller und die Rebe weniger anfällig für epidemischen Schad- pilzbefall werden lässt. Wir entfernen im Sommer Laub aus der Traubenzone, damit Licht und Wind die Trauben trocknen lässt.
  2. Der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln, Algenextrakt, Kräuterauszüge und Kaliumcarbonat (Backpulver)  dient der gezielten Prophylaxe.
  3. Als Pflanzenschutzmittel dienen Schwefel- und Kupfer- präparate  gegen echten und falschen Mehltau.
  4. Tierische Schädlinge bekämpfen wir nicht direkt, sondern wirken ihnen ausschließlich durch Nützlingsförderung entgegen. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel ver- wenden wir prinzipiell nicht.
  5. Seit 2004 haben wir mit Johanniter und Regent zwei Rebsorten im Anbau, die gegen Schadpilze widerstandsfähig sind und fast keinen Pflanzenschutz erfordern.